Der Tod als Teil des Lebens

Irgendwann kommt für uns alle der Herbst des Lebens, egal in welchem Alter. Als im Jahre 1992 im Göttlicher Heiland Krankenhaus Wien die erste Palliativstation Österreichs gegründet wurde, war der Tod im Gesundheitswesen ein Tabuthema. Unheilbar Kranke wurden in ihren letzten Stunden damals in vielen Spitälern in ein leeres Zimmer geschoben oder, noch schlimmer, nur durch einen Paravent von den anderen Kranken getrennt. Der Hospizgedanke war revolutionär, und die Ordensschwestern vom Göttlichen Erlöser finanzierten das erste Hospiz Österreichs aus eigenen Mitteln und Spenden.

In der Palliativstation St. Raphael werden pro Jahr rund 220 Menschen betreut, seit der Gründung waren es fast 5.000. Hier arbeiten Expertinnen und Experten für Palliativmedizin, Pflege, Physio-, Ergo- und Psychotherapie, Logopädie, Diätologie, Sozialarbeit und Seelsorge sowie ehrenamtlich Mitarbeitende zusammen. Dieses Team gibt den unheilbar Kranken und ihren Angehörigen den Raum, Wichtiges zu besprechen oder alte Verletzungen zu heilen.

Das braucht Zuwendung und Aufmerksamkeit für alle Beteiligten. 28 Jahre nach der Gründung ist diese Abteilung nicht mehr die einzige in Österreich. Spenden ermöglichen solche Leistungen, die weit über das übliche Maß hinausgehen. Damit der Abschied vom Leben genauso würdevoll und menschlich verläuft wie der Start, die Geburt.