5 Tipps für ein starkes seelisches Immunsystem

Workout für die Widerstandskraft: Resilienz hilft uns dabei, in Krisenzeiten handlungsfähig und seelisch gesund zu bleiben. Diese Fähigkeit kann man trainieren. Unser Experte MMag. Josef Fellner, leitender Arbeits- und Organisationspsychologe des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Ried und seine Mitarbeiterin Mag.a Isolde Hayder verraten, wie.

Resilienz ist nichts anders als psychische Robustheit. Also die Fähigkeit, sowohl große Veränderungen als auch tägliche Stress-Situationen bewältigen zu können, ohne dadurch Schaden an der Gesundheit zu nehmen. Die gute Nachricht: Das kann man lernen. Auch und gerade in Zeiten der Pandemie.

1. Selbstfürsorge: Im Zuge von COVID-19 sind wir mit einem Ereignis konfrontiert, das über den gewohnten Bezugsrahmen der Normalität hinausgeht. Die Folge sind teils drastische Veränderungen, die sich auf unser Erleben und Verhalten auswirken können. Auftretenden negativen Gefühlen - wie etwa Hilflosigkeit, Ängste, Erstarren -  sollte nicht mit eigener Abwertung begegnet werden. Sie stellen normale Reaktionen auf eine nicht normale Situation dar. Hilfreich ist in solchen Situationen ein liebevoller Umgang mit sich selbst und zu überlegen, was man sich aktuell Gutes tun kann. Ein Gespräch etwa hilft immer. Wir sind (mit unseren Sorgen) nicht alleine.

2. Realitätscheck: Unser Gehirn neigt in belastenden Situationen zu „Katastrophendenken“: Befürchtungen und Annahmen über mögliche eintretende schlimme Ereignisse und Katastrophen treten auf. Da diese Befürchtungen und Annahmen meist keine rationale, objektive Grundlage haben, halten sie oft einem genaueren „Realitätscheck“ nicht stand. Deshalb ist es hilfreich, sich selbst zu fragen: „Wie wahrscheinlich ist das, was ich mir gerade vorstelle?“ oder/und „Ist es wirklich so schlimm, wie ich es mir ausmale?“

3. Akzeptanz: Energie fließt dorthin, wo die Aufmerksamkeit ist. Im Sinne der Achtsamkeit ist Akzeptanz keine Bewertung, sondern eine bewusste Wahl: Ich entscheide mich bewusst dafür, nicht „verändern zu wollen“ (z.B.: belastende Gedanken und Gefühle). Dadurch wird die psychische Energie nicht mehr durch belastende Gedanken gebunden, da sich die Aufmerksamkeit von belastenden Gedanken lösen und neu ausrichten kann.

4. Reflektion: Resilienz entwickelt sich gerade durch bereits bewältigte Herausforderungen. Jeder Mensch trägt ein unglaubliches Krisenbewältigungspotenzial. Manches davon muss in schwierigen Phasen wiederentdeckt werden, manches entfaltet sich neu und manche Stärke entwickelt sich erst. Das erfordert aber die Bereitschaft, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Innere Robustheit bedeutet, seine Stärken, aber auch die eigenen Fallstricke und „dunklen Flecken“ im Bewusstsein zu haben. Und das Leben mit all seinen Herausforderungen an der Richtschnur der eigenen Stimmigkeit auszurichten und proaktiv zu gestalten. 

 5. Und im Notfall: Das Baba-Prinzip anwenden

Manchmal sind wir Situationen mit starkem Stress oder Emotionen ausgesetzt. Solche Situationen können entweder lähmen („Black-Out“) oder zu schnellen Reaktionen („Autopilotenmodus“) führen. Das BABA-Prinzip hilft dabei, die Selbstkontrolle wieder zu erlangen.

B wie Bewusstes Stopp: Ich halte einen Moment inne und wende meine Aufmerksamkeit achtsam nach innen. Ich drücke bewusst meinen „Pausen/Stopp-Knopf“ und gewinne Abstand zum Geschehen.

A wie Atmen: Ich achte bewusst auf meine Atmung, indem ich ohne Veränderungsabsicht meinem Atem folge. Dadurch verstärke ich den gewonnenen Abstand zur Reaktion/zum Geschehen.

B wie Beobachten: Ich beobachte neugierig und ohne zu bewerten auftretende Gedanken, Gefühle und körperliche Reaktionen und lasse sie wieder ziehen. Indem ich bewusst meinen Körper, meine Gefühle und Gedanken wahrnehme und benenne, merke ich, dass ich nicht meine Gefühle, Gedanken oder Reaktionen „bin“, sondern diese erlebe.

A wie Absichtsvoll: Anstatt sofort zu reagieren analysiere ich mögliche Ursachen und nutze meine Freiheit, mich absichtsvoll für eine Handlung oder Verhalten zu entscheiden.

Josef Fellner, leitender Arbeits- und Organisationspsychologe des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Ried und seine Mitarbeiterin Mag.a Isolde Hayder

Wie schütze ich mich, wie die anderen?

Die Stoffmaske: Gibt es in allen möglichen Formen und Farben und ist durchaus auch als modisches Statement zu verstehen. Außerdem schont man durch das Wiederverwenden die Umwelt. Stoffmasken eignen sich vor allem für den privaten Gebrauch. Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln sind sie nicht mehr erlaubt. Sie schützten unsere Mitmenschen vor Tröpfchen, die beim Husten, Niesen und Sprechen entstehen, nicht aber den Träger / die Trägerin selbst vor Ansteckung.

Der Mund-Nasen-Schutz („Einmal-Maske“): Hier verhält es sich ähnlich wie bei der Stoffmaske. Daher ist auch dieser Schutz nur mehr im privaten Bereich erlaubt. Er schützt vor allem meine Umgebung, nicht aber mich selbst vor Ansteckung und ist zum einmaligen Gebrauch gedacht. Er sollte wenn durchnässt beziehungsweise spätestens am Ende des Tages weggeworfen werden.

FFP 2 oder Masken ohne Ventil: Diese Masken filtrieren die Luft und fangen Partikel mit einem Durchmesser von circa 0,6 Mikrometer und größer ab. Sie schützen nicht nur die Umgebung, sondern auch den Träger / die Trägerin selbst vor Ansteckung durch Andere. FFP 2-Masken waren vor der Corona-Pandemie besonders in medizinischen Einrichtungen in Verwendung. Auch diese Masken müssen bei Durchfeuchtung  und Verschmutzung beziehungsweise täglich gewechselt werden.

Das Tragen einer FFP2-Maske ist seit 25. Jänner 2021 in vielen öffentlichen Bereichen verpflichtend. Dazu zählen unter anderem öffentliche Verkehrsmittel, Handel und Gastronomie (sofern geöffnet), Fahrgemeinschaften oder Parteienverkehr von Verwaltungsbehörden. Die FFP2-Pflicht gilt ab dem Alter von 14 Jahren, ab 6 Jahren kann stattdessen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Jüngere Kinder müssen den Mund-Nasenbereich nicht abdecken.

Masken mit Ventil: Erhöhen einerseits den Tragkomfort und schützen den Träger / die Trägerin vor Ansteckung. Dieser Maskentyp ermöglicht allerdings, dass die eigene, ausgeatmete Luft ungefiltert in die Umgebung gelangt. 

FFP 3 Masken: Sollten ausschließend in medizinischen Einrichtungen verwendet werden.

Übrigens: Damit eine Atemschutzmaske das CE-Kennzeichen sowie die Kennzeichnung FFP2 oder FFP3 tragen darf, muss sie die Prüfvorgaben der Europäischen Norm erfüllen. Dabei werden unter anderem die Filterleistung und der Dichtsitz der Maske geprüft. Werden alle Prüfkriterien eingehalten, dann kann die Atemschutzmaske entsprechend der EU-Verordnung zertifiziert werden.

Tipps zum Thema Hygiene & Aufbewahrung:

  • Stoffmasken sollten täglich gewechselt und bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Heiß Bügeln erhöht die Sicherheit. Durchnässte Masken bitte gleich wechseln und sicherheitshalber eine Reserve-Maske mitnehmen.
  • Frische Stoff-Masken unterwegs am besten in einem sauberen Säckchen aufbewahren (zum Beispiel Gefrierbeutel mit Verschluss oder verschließbarer, waschbarer Stoffbeutel). Gebrauchte Stoffmasken getrennt von sauberen Masken ebenfalls in verschließbaren Säckchen aufbewahren. Bitte nicht in die Hand- oder Hosentasche „hineinwurschteln“.
  • Die Masken immer nur an den Gummibändern und nie vorne angreifen.
  • MNS und FFP-Masken sind Einmalprodukte und dürfen nicht gewaschen werden. Sie landen nach Gebrauch bitte im Müll.

Maria Wolf-Lechner, Hygienefachkraft im Göttlicher Heiland Krankenhaus Wien

Soll ich mich zum Weihnachtsfest testen lassen?

Mutter und Vater umarmen, mit Freunden und Geschwistern Kekse sorglos verspeisen – danach sehnen wir uns nach fast einem Jahr voller sozialer Distanz. Dementsprechend groß ist die Nachfrage nach Antigen- und PCR-Tests vor dem Heiligen Abend, das weiß auch Stylianos Kapiotis, Labormediziner und Geschäftsführer der „Labcon“ – dem Labor der Vinzenz Gruppe. Die Stadt Wien hat deswegen die sogenannten „Massentests“ sogar extra verlängert - alle drei Teststraßen werden weiterhin betrieben.

Landesweit vermelden Apotheken, Ärzte und Labore einen Ansturm auf ihre Services und Produkte. Am beliebtesten sind sogenannte Schnelltests (Antigen-Tests), auch weil sie verhältnismäßig günstig sind. Doch obwohl verlässliche Hersteller wie Roche, Abbott, Siemens & Co eine sehr hohe Sensitivität bezüglich einer Infektion angeben, kommt es in der Praxis zu Unsicherheitsfaktoren. Vor allem bei der Entnahme der Proben können Fehler passieren, die Tests sind eigentlich nur für den Gebrauch bei medizinischem und dementsprechend geschultem Personal zugelassen.

Sich das „Teststaberl“ wirklich tief in die Nase einzuführen, ist nicht jedermanns Sache, besser man lässt einen Spezialisten ran und zwar so knapp vor der Feier wie nur möglich. Schnelltests bieten übrigens nur eine reine Momentaufnahme, aussagekräftiger ist der genauere und teurere PCR-Test – allerdings wartet man ein bis zwei Tage auf das Ergebnis. Hier wird gegurgelt, was um einiges angenehmer ist. Er wird beim Arzt oder in speziellen Zentren durchgeführt, für den Heimgebrauch unter Anleitung via Smartphone gibt es ebenfalls gute Test Kits, etwa in Drogeriemärkten.

Ist das Weihnachtsfest getestet also sicher? Unter Vorbehalt. Denn Antigen-Tests können unter Umständen ein falsches Ergebnis bringen, und wer auf einen PCR-Test sitzt, müsste sich nach dem hoffentlich negativen Ergebnis und bis zum heiligen Abend absondern.  Wer also vorhat mit Menschen aus den bekannten Risikogruppen zu feiern, darunter ältere Personen und solche mit einem schlechten Immunsystem, setzt diese einem Rest-Risiko aus.

Eine Möglichkeit gibt es noch: Nämlich sich 10 Tage vor dem Zusammentreffen in strengste Quarantäne zu begeben – was in der Realität schwer umzusetzen ist. Ansonsten gilt für den Heiligen Abend was immer gilt, solange uns die Pandemie im Griff hat: 

  • regelmäßiges Händewaschen mit Seife
  • Einhalten der Husten- und Nies-Etikette
  • regelmäßiges Lüften der Räume
  • Abstand halten
  • gegebenenfalls Masken tragen

 

Weiterführende Infos:

Gesundheitshotline

Apothekerkammer

 

Stylianos Kapiotis, Labormediziner und Geschäftsführer der „Labcon“ – dem Labor der Vinzenz Gruppe

Soll ich die Maske auch im Freien tragen?

Better safe than sorry: Virenübertragung ist im Freien seltener, aber nicht ausgeschlossen. Das gilt nicht für einsame Waldspaziergänge, sondern für Orte, an denen sich gleichzeitig viele Menschen aufhalten, an stark frequentierten Plätzen und in engen Gassen ohne viel Ausweichmöglichkeit. Wenn Menschen husten, niesen oder laut sprechen, könnten sich Tröpfchen Meterweit von ihnen entfernt ausbreiten – auch draußen. Außerdem ist im Falle einer Infektion die wichtige Kontaktnachverfolgung praktisch unmöglich. Selbst wenn sich die Bundesländer nicht für Masken im Freien aussprechen, machen sie durchaus Sinn, wenn man sich an stark besuchten Orten aufhält oder sich mit jemanden unterhält.

Dr. Brigitte Erlacher, Internistin und Qualitätsmanagerin der Vinzenz Gruppe

Kann ich mich in einer Schlange anstecken?

Menschenmengen vor den Geschäften, lange Schlangen an den Kassen, dichtes Gedränge auf den Einkaufsstrassen und in den Shopping-Centern: Nicht jede/r hat die Weihnachtseinkäufe bereits erledigt. Doch kann ich mich in einer Warteschlange anstecken? Ja, man kann sich sogar im Freien in einer Warteschlange mit dem Corona-Virus infizieren – wenn man keinen Mund-Nasen-Schutz trägt und nicht den empfohlenen Abstand von 1,5 bis 2 Meter einhält. Bitte desinfizieren Sie auch Ihre Hände vor dem Auf- und Absetzen der Maske. 

Und in den Geschäften? Hören Sie auf Ihren Hausverstand und treten Sie nicht ein, wenn das Ausweichen unmöglich wird. Berühren Sie so wenig Gegenstände wie möglich und waschen Sie sich im Anschluss Ihre Hände mindestens 20 Sekunden einschließlich Handrücken, Fingerzwischenräumen und unter den Nägeln. Doch wie verhält man sich im Gedränge und geht rücksichtsvoll miteinander um? Mit Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. In Zeiten der Pandemie muss man sich immer ein wenig mehr konzentrieren als man es gewohnt ist. Besser also mit dem Strom als dagegen schwimmen: So verhindert man irritierenden „Gegenverkehr“, dem man ausweichen muss und kann den Mindestabstand von 1,5 Metern besser einhalten. Und was, wenn man auf einen „Geisterfahrer“ trifft? Am besten signalisiert man höflich via Gestik und Mimik, wohin man gerne möchte, gewährt dem anderen gegebenenfalls die „Vorfahrt“ oder wartet in sicherem Abstand, bis der/diejenige weitergegangen ist. 

Dr. Brigitte Erlacher, Internistin und Qualitätsmanagerin der Vinzenz Gruppe

Was bedeutet „Long Covid“?

Wer an den Spätfolgen einer Covid-19-Infektion leidet, wird das nachvollziehen können. Denn selbst wenn das Schlimmste überstanden scheint und sogar Antikörper produziert wurden, ist der Weg zur endgültigen Genesung oft lange und beschwerlich. Viele Ex-Covid-19-Patientinnen und Patienten klagen über gesundheitliche Probleme wie Beeinträchtigung der Lungenfunktion und der Konzentrations- oder Leistungsfähigkeit. Häufig ist etwa das „chronic fatigue syndrome“, das mit Müdigkeit und Übelkeit einhergeht, einige leiden unter neurologischen Problemen wie Lähmungserscheinungen, Kopfschmerzen oder Geschmacks- und Geruchsverlust, andere unter Schmerzen in der Brust oder Muskelbeschwerden. Die Ursachen für langwierige Krankheitsverläufe sind noch weitgehend unklar und werden intensiv erforscht. Denkbar ist, dass die betroffenen Personen Schwierigkeiten haben, die Abwehrreaktionen ihres Immunsystems wieder zu beenden. Allerdings wird oft auch die Psyche schwer belastet, Angststörungen, Depressionen oder das posttraumatische Stresssyndrom sind die Folge.

Long Covid: Die Reha-Angebote der Vinzenz Gruppe
Während bei der akuten Corona-Infektion alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen besonders gefährdet sind, stellt sich die Lage bei "Long Covid" anders dar: Die Langzeitfolgen treffen Menschen unabhängig von der Schwere ihrer Covid-19-Erkrankungen. Auch jüngere Menschen und sogar Kinder.

Neues Konzept: Covid-19 AIR
Das Wiener Herz-Jesu Krankenhaus unterstützt die Stadt Wien mit eigenen Betten für eine Post-Covid-19 Rehabilitation nach hauptsächlich schweren Lungenerkrankung. Dafür wurde eigens das sogenannte Akutrehabilitations-Konzept Covid-19 AIR entwickelt. Einerseits geht es darum, die deutlich reduzierte Lungenfunktion nach der durch Covid-19 verursachten viralen Lungenentzündung zu verbessern bzw. langfristig wiederherzustellen. Andererseits werden die vielfältigen zusätzlichen Auswirkungen der Covid-19 Erkrankung therapiert, wie zum Beispiel psychische, neurologische, kardiale und muskuläre Beeinträchtigungen. Infos:  www.kh-herzjesu.at.

Ambulantes Post-Covid-Programm
Eine Covid-Erkrankung kann auch zu massiven seelischen Belastungen führen. Das Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien auf der Gumpendorfer Straße bietet ein ambulantes Covid-Programm mit Physiotherapie und Psychotherapie. Die III. Med. Abteilung für Innere Medizin und Psychosomatik ist Pionier und renommierte Abteilung in der Behandlung von psychosomatischen Krankheitsbildern. „Wir fühlen uns in dieser enormen Krise berufen, einen Beitrag für die Gesundheit unserer Bevölkerung zu leisten“, so Primaria Larisa Dzirlo. Infos: www.bhswien.at.

Post-covid-19 Konzept für Ältere
Um Patientinnen und Patienten über 65 Jahre kümmert sich das Team der Post-Covid-19-Station im Göttlicher Heiland Krankenhaus Wien. Im Department Aktutgeriatrie werden all jene betreut, die über die Erkrankungsphase hinaus weiterhin Symptome der Covid-Infektion aufweisen. Dazu zählen unter anderem neben Problemen mit der Atmung erhöhte Leberwerte, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit. Das Ziel des Programms ist die Wiedererlangung größtmöglicher Selbstständigkeit und das tanken von Kraft, um den Alltag gut bewältigen zu können. Infos: www.khgh.at.

Die Corona-Schutzimpfung: Welche Nebenwirkungen und Langzeitfolgen gibt es?

Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost: Die Nebenwirkungen der Corona Schutzimpfung sind hinlänglich bekannt und gut dokumentiert. Sie sind im Allgemeinen schwach bis mäßig und vor allem: vorübergehend. Nach ein bis zwei Tagen klingen die Symptome ab, in dieser Zeit soll man sich schonen und zuhause bleiben. „Die möglichen Nebenwirkungen nach der Impfung sind eine Immunantwort des Körpers und zeigen, dass der Organismus auf den Wirkstoff anspricht. Das ist durchaus positiv. Um die Nebenwirkungen abzuschwächen, können fiebersenkende Mittel beispielsweise mit dem Wirkstoff Paracetamol eingenommen werden“, erklärt Dr. Brigitte Erlacher, Leitung Qualitätsmanagement und Medizincontrolling der Vinzenz Gruppe.

Und was ist mit den viel diskutierten „Langzeitfolgen“?  Manche wollen sich nicht gegen Corona impfen lassen, weil sie Spätfolgen fürchten, die es so nicht gibt. Experten geben immer wieder Entwarnung: Bei Impfungen sind generell keine Langzeit-Nebenwirkungen bekannt. Die meisten Nebenwirkungen von Impfungen treten innerhalb weniger Stunden oder Tage auf, in sehr seltenen Fällen erst nach Wochen.

Langzeitfolgen sind nicht gleich Nebenwirkungen

Der richtige Gebrauch der Begriffe ist dabei wichtig. Wenn Mediziner von Langzeitfolgen sprechen sind keine Nebenwirkungen gemeint, die erst sehr lange nach Impfung auftreten. Gemeint sind vielmehr sehr seltene Nebenwirkungen. Petra Falb, Gutachterin für Impfstoffe von der AGES Medizinmarktaufsicht, erklärt es auf ihrem Blog in einfachen Worten: „Impfstoffe haben eine gänzlich andere Wirkungsweise als die klassischen Pharmazeutika wie Antibiotika, Psychopharmaka, Wundsalben, Blutdrucksenker, Fieberzäpfchen oder Schmerztabletten. Pharmazeutika haben eine sogenannte ‚Pharmakokinetik‘. Darunter versteht man den Weg des Arzneimittels durch den Organismus. Man hat zu verschiedenen Zeitpunkten verschiedene Konzentrationen davon im Körper. Sie können sich bei längerer Therapie anreichern, werden abgebaut, werden in der Leber metabolisiert oder über die Nieren ausgeschieden. Ein Impfstoff hat keine „Pharmakokinetik“, da hier nichts verstoffwechselt wird. Es gibt hier nur eine sogenannte ‚Pharmakodynamik‘. Darunter versteht man die Wirkung, die ein Arzneimittel im Körper auslöst – in diesem Fall eine immunologische Reaktion.“

Übrigens: Die Gewährleistung der Sicherheit von Impfstoffen ist ein ständiger Prozess. Hier müssen jeweils alle neuen Produktionschargen getestet und freigegeben werden.